Alles 3-D, oder chillst du noch?

Raumdarstellung im Kunstgeschichteunterricht am Bsp. der „Liegenden Figur“!

Innerhalb der 2er-/3er-Gruppen finden sich bald Freiwillige, die sich für 20 Minuten zu einem Unterrichtsschlaf bereit erklären. Die anderen positionieren sich an deren Fuß- oder Kopfende, um diesen extremen Blick auf die „Liegende Figur“ zeichnerisch zu studieren.

 

Andrea Mantegna ging es in seinem Tafelbild „Der tote Christus“ um 1480 (Brera, Mi) um das Aufzeigen seiner virtuosen Beherrschung einer extremen Perspektive der menschlichen Gestalt. So stark verkürzt zeigte sich noch nie eine Gestalt – Grund genug für zig zeitgenössische Künstler sich an diesem Vorbild zu messen. (KÖRPERILLUSION)

Als die Zeitgenossen von Masaccio 1425 sein „Trinitätsfresko“ in der Dominikanerkirche S.Maria Novella in Florenz zum ersten Mal sahen, schlugen sie sich blutige Köpfe. Was war passiert? Sie versuchten den gemalten illusionistischen (virtuellen) Raum des Bildes kopfüber zu betreten. (RAUMILLUSION)

Auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3A und 3B versuchen sich im Kunstgeschichte-Unterricht der reformierten Oberschule an der Darstellung der „Liegenden Figur“.
Durch Peilen lassen sich manche Studierende davon überzeugen, dass die hochgestellten Fußsohlen bereits 2/3 des Maßes von der Verse bis zur Nasenspitze ausmachen.

1.Schritt: Perspektivische Zeichnungen Fotogalerie

Zunächst üben sich die Schülerinnen und Schüler gemäß der Renaissancevorbilder im Umgang mit perspektivischen Zeichnungen, dann erfolgt eine möglichst zeitgemäße Interpretation der kreativen Umsetzung des Raum- bzw. des Zeitgefühls.
Interessante Lösungen kommen auf, die es in der Fotogalerie anzuklicken gilt…

2.Schritt: Interpretation von Raum und Zeit (Momentaufnahmen verschiedener Videobeiträge)

Kompetenzorientierter Unterricht
die Schülerinnen und Schüler lernen:
→ Kunstwerke nach den ästhetischen Mitteln der Komposition und den materiellen Mitteln der Herstellung zu interpretieren, zu vergleichen und zuzuordnen,
→ die Wirkung verschiedener Materialien auf die ästhetische Gestaltung nachzuvollziehen,
→ Schnittstellen zwischen bildender Kunst und anderen Zeichensystemen darzustellen und zu reflektieren.

Dr. Karlheinz Gufler