Linguistic Landscaping oder Der Mehrsprachigkeit auf der Spur

Auf welche Sprachen treffe ich, wenn ich durch Meran gehe? An welchen Plätzen und in welchen Positionen wird welche Sprache verwendet? Stecken bestimmte Strategien oder Regeln dahinter, wenn bestimmte Sprachen sichtbar gemacht werden? Mit derartigen Fragen und Problemfeldern haben sich die Schüler der Klasse 1A des Sprachengymnasiums "Beda Weber" in einer mehrsprachigen Unterrichtseinheit auseinandergesetzt. Nach einem Rundgang durch die Stadt, bei dem sie u.a. Straßenzüge inklusive Straßenschilder, Street Art und Graffiti-Tags, öffentliche Inschriften, Geschäftsbezeichnungen, Schaufenster und/ oder die Auslagen vor einem Geschäft, Speisekarten, Produktverpackungen oder –namen genauer unter die Lupe genommen haben, kamen sie zu erstaunlichen Einsichten.

So ist Latein, das oft als tote Sprache bezeichnet wird, nicht nur in Inschriften sichtbar (z.B. am Meraner Rathaus), sondern lebt auch in zahlreichen Branchen- (z.B. Immobilien) und Produktbezeichnungen (z.B. Audi, Nivea) weiter. Auch das Englische ist in vielen verschiedenen Formen präsent: von Anglizismen wie „Media World“ über das Denglische „stylische Hose“ bis hin zu anderen gewagten Wortkombinationen (z.B. PiadaHouse). Interessant und aufschlussreich war auch die Suche nach den verschiedenen Ausprägungen von Zweisprachigkeit und anderen Spracheinflüssen im Meraner Raum. Da stößt man auf ein Pferdchen namens Kathinka ebenso wie auf mexikanische Nachos und auf ein tschechisches Schuhimperium (Bata).

Am Ende waren sich alle einig: Man hat etwas gelernt und es hat darüber hinaus noch Spaß gemacht.