Aspettando Georg Kaser…

Quando qualche settimana fa l’assessora all’ambiente Madeleine Rohrer, che avevamo invitato per chiederle cosa stesse facendo il Comune di Merano a salvaguardia del clima, ci ha proposto di invitare Georg Kaser, ci siamo guardati perplessi, come a dire: “Chi è costui?” Ora, se qualcuno ci chiedesse chi è Georg Kaser gli diremmo: “Ma come, non lo sai?” È un glaciologo e scienziato di fama internazionale, professore della facoltà di meteorologia e geofisica di Innsbruck, ha collaborato tra l’altro anche con il consiglio per l’Ambiente delle Nazioni Unite e perfino è stato insignito del premio Nobel per la pace con Al Gore…

Ebbene sì abbiamo un premio Nobel a Merano e non lo sapevamo….

Georg Kaser venerdì 7 giugno dalle 9:30 alle 11:00 ca. sarà ospite del Liceo Beda Weber (Aula Magna della galleria Ariston) ed in particolare della classe 1B/sp che lo ha invitato e che ora è in grande fibrillazione. Nell’attesa del suo arrivo ha deciso di intervistarlo. Qui di seguito l’intervista.

1) Herr Professor Dr. Kaser, was halten Sie von den Schulstreiks der Schüler, mit dem Ziel die Politiker auf den Klimawandel aufmerksam zu machen (im Besonderen Greta Thunberg)?

Seit 1978 machen die Wissenschaftler sehr klare Ansagen und seit Jahren weiß die ganze Welt von dem ernsthaften Problem. Aber erst die jetzige Generation von Schülern hat über das Wissen hinaus begriffen, was der fortschreitende Klimawandel für sie bedeutet. Die F4F Bewegung ist immens wichtig, vielleicht ist sie die letzte Chance, den Klimawandel in einem einigermaßen erträglichen Rahmen zu halten. Aber es müssen viele sein, die da hingehen. Ich war gestern mit den Organisatoren der F4F Bewegung in Südtirol beisammen und sie zeigen Ermüdungserscheinungen. Zu gering und abnehmen ist der Zuspruch der Schüler. Greta Thunberg ist ein großer Glücksfall. Durch ihre besondere Veranlagung ist sie (fast) unverletzbar. Der IPCC Sonderbericht zu 1.5°C (wissenschaftlich) und F4F haben mir wieder Hoffnung gegeben.

2) Was würden Sie den Personen antworten, welche die Befürchtungen bezüglichen des Klimawandels als "pure Hysterie" bezeichnen?

Ich habe über die vielen Jahre, mit denen ich mit Klimawandel auch in der Öffentlichkeit zu tun hatte gelernt, dass diese Leute nicht von ihrer Meinung abzubringen sind. Ignorieren also, jede Mühe ist vergeblich. Viel wichtiger sind die zunehmen vielen, die sich Sorgen machen und Fragen haben; da müssen jedenfalls wir Wissenschaftler aktiv sein.

3) Was könnten wir Jugendliche nach Ihrer Meinung unternehmen, um vom Klimawandel verursachte Phänomene zu stoppen?

Die Phänomene (z.B. Gletscherschwund) sind kaum zu stoppen, wenn nicht dem Klimawandel unmittelbar Einhalt geboten wird. Dazu muss zuallererst der CO2 Ausstoß sehr schnell auf Null gehen. Auch Jugendlich können sich mit etwas Hausverstand überlegen, wo sie sinnlos CO2 Emissionen direkt (Verhalten) oder indirekt (Produkte) verursachen. Null kann nur erreicht werden, wenn jede(r) dazu beiträgt.

4) Denken Sie, als Meraner, dass in unserer Stadt genug gegen den Klimawandel unternommen wird? Haben Sie irgendwelche Vorschläge für die Stadtverwaltung?

In Meran tut sich einiges, allerdings nicht genug. Ich würde vorschlagen, dass Meran so wie Konstanz am Bodensee den Klimanotstand ausruft. Auch wenn das keine rechtlich verbindlichen Folgen hat, würde es verdeutlichen, dass die (Meraner) Gesellschaft in allen Sektoren (Bauwesen, Gesundheit, Verkehr, etc etc.) vom Klimawandel betroffen ist. Viele sind auch dafür verantwortlich.

5) Meinen Sie, dass die Jugendlichen von heute sich im Vergleich zu den Jugendlichen Ihrer Zeit genug für das Klima engagieren?

In meiner Jugendzeit (geb. 1953) war das Klima kein Thema. Unsere Sorge war die atomare Bedrohung des kalten Krieges, die Aufrüstungsspirale, das ungebremste Wachstum, die soziale Schere. Die Zukunftslosigkeit. Einiges davon hat ja dann auch zur Klimakrise geführt und ist bis heute nicht gelöst.

6) Wie verhalten Sie sich in Ihrem Alltagsleben, um umweltfreundlicher zu sein?

Ich fahre praktisch ausschließlich mit dem Zug. Das tu ich aber lange schon und hab damit begonnen, als ich nicht mehr die Zeit hatte, mich stundenlang in einem Auto auf den Verkehr zu konzentrieren. Private Langstreckenflüge hab ich schon lange nur mehr 1 pro ca 5 Jahren gemacht. Beruflich versuche ich, in Europa möglichst den Zug zu verwenden. Meine Frau und ich fahren zudem einen 20 Jahre alten Diesel, etwa 5 – 7000 km pro Jahr. Im Augenblick ist das vermutlich die schonendste Lösung. Fleisch essen wir kaum, nur ab und zu von einem Bauer im Dorf (wir leben in Karthaus). Kartoffel und vieles mehr gedeiht in unserem kleinen Acker am Dorfrand.

7) Kommt Ihnen vor, dass Ihre Reden und ihr Engagement Früchte bringen, oder resignieren Sie manchmal auch?

Naja, eigentlich hatte ich, wie viele meiner Kollegen und Kolleginnen, im vergangenen Jahr resigniert. Dann hat der SR1.5 im Oktober 2018 noch einmal ein kleines Fenster aufgemacht, Greta Thunberg ist aufgetaucht und F4F hat begonnen. Zuversichtlich wäre übertrieben, aber Hoffnung hab ich wieder und halte wieder viele Vorträge.

8) Ist Ihre Leidenschaft für das Klima und die Wissenschaft schon als kleiner Junge in Ihrer Familie entstanden, oder entwickelte sie sich erst beim Studium an der Universität?

Oh, das war ein langer Weg: zuerst war ich mit der Gewerbeoberschule unglücklich, das war einfach nicht meins, dafür das Bergsteigen und Klettern. Das war wohl der Hauptgrund, dass ich Gletscherforscher wurde. Irgendwann kam der Punkt, wo das Herumlaufen auf Gletschern nicht mehr genug Lebensinhalt bot und ich beschoss, dass ich den wissenschaftlichen Aspekten mehr Gewicht geben musste (Datenanalysen, Modellieren, Hypothesen formulieren, diese verifizieren, falsifizieren, Ursachen suchen, publizieren). 2003 bekam ich dann das Angebot, erstmals am Weltklimabericht mitzuarbeiten. Von da an bekam meine Forschung die Dimension, in der ich heute noch arbeite.

Besten Gruß,

Georg Kaser