„Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte“

Ein besonderer Besuch in der Klasse 1A/so – Projekt zur Sensibilisierung für die Unterstützte Kommunikation

Am 16.11.2021 war Raphael Donati (25 Jahre, wohnhaft in Meran) mit seiner Begleitung Marina Kuppelwieser für einen Vortrag über die Unterstützte Kommunikation (UK) bei uns in der Klasse 1A/so. Raphael erzählte uns in den zwei Stunden sehr viel von seinem Leben und wie er mit den besonderen Herausforderungen umgeht. Aufgrund eines Sauerstoffmangels bei der Geburt leidet er seither unter Einschränkungen, deshalb kann Raphael sich nicht so gut verständigen. Für die Kommunikation nutzt er einen Laptop/Tablet mit Sprachmodul. Dort kann er Buchstabe für Buchstabe eintippen oder verschiedene zusammengesetzte Sätze auswählen, die er öfters braucht. Diese Wörter oder Sätze liest dann eine mechanische männliche Stimme laut vor und so kann Raphael mitteilen, was er sagen möchte. Durch diese Unterstützte Kommunikation kann er mit Mitmenschen kommunizieren, sich unterhalten und steht mitten im Leben. Auch durch die Mimik und Gestik kann man ihn verstehen. Raphael hat mit uns gemeinsam ein paar Kommunikationsspiele gemacht und wir haben gemerkt, dass man schon allein aufgrund seiner Mimik versteht, mit wem er sprechen möchte. Ein Freund von Raphael sagte mal zu ihm: „Dein Blick sagt mehr als 1.000 Worte“. Dieser Satz hat Raphael sehr berührt und er findet ihn selbst sehr zutreffend. Raphael wird traurig, wenn Menschen so tun als würden sie ihn verstehen, sich in Wirklichkeit aber nicht trauen nachzufragen. Raphael hat die Wirtschaftsfachoberschule in Meran besucht und auch dort viele Freunde gefunden. Er war bei allen Ausflügen dabei, auch bei den Klassenfahrten. Er selbst erzählt, dass er bei jedem Blödsinn dabei war. Ein besonderes Erlebnis für Raphael war der Maturaball. Bereits in der Oberschule wurde Raphael von Marina als Mitarbeiterin für Inklusion begleitet. Marina hat ihn stets unterstützt und steht auch heute noch oft an seiner Seite. Auch hat er schon in der Oberschule mit seinen Vorträgen angefangen und in verschiedenen Klassen Vorträge gehalten. Auch heute ist er viel als Referent unterwegs. Wenn er aufgeregt ist, kann es sein, dass er sich verkrampft. Marina erzählt, dass auch sie vor jedem Vortrag (bei welchen sie Raphael begleitet) immer nervös ist und herum wuselt. In solchen Momenten zeigt Raphael mit einer Geste, dass sie sich beruhigen kann. Raphael hat schon Vorträge vor über 300 Menschen gehalten und liebt es im Mittelpunkt zu stehen. Hockey ist Raphael genauso wichtig wie sein Lieblingsfußballverein Bayern München. Er spielt selbst auch Wheelchair-Hockey bei den WH Tigers. Außerdem hat Raphael im Juni 2014 ein Zukunftsfest veranstaltet, dort hat er viele Ideen für seine eigenen Entscheidungen gesammelt und konnte viele in die Tat umsetzen. Heute arbeitet Raphael im Social Media Bereich beim Infodienst des Jugenddienstes Meran. Wir haben Raphael als offenen, freundlichen und lebenslustigen Menschen kennengelernt, der schon viel in seinem Leben erreicht hat und uns durch seinen Vortrag begeistert hat.  

Für uns war es sehr schön einen Einblick in Raphaels Leben zu erhalten. Es war sehr besonders für uns, dass Raphael von klein auf schon sehr gut mit seiner Beeinträchtigung umgehen konnte. Man merkt, dass er zielstrebig durch sein Leben geht, sehr stark ist, viel Geduld hat und all das, was er sich in den Kopf gesetzt hat, durchzieht. Für uns neu und besonders war, den Umgang mit Unterstützter Kommunikation kennen zu lernen. Seine positive Ausstrahlung während des Vortrages konnte man an seinem Lächeln sehen.

Wir nehmen viel von diesem Vortrag mit. Man sollte jeden Menschen, ob mit Beeinträchtigung oder ohne, gleichbehandeln, respektieren und voll in die Gemeinschaft mit einbeziehen. Wir haben erfahren, dass man bei der Unterstützten Kommunikation viel Geduld braucht und sich aber auch trauen soll, auf Menschen zuzugehen, welche nicht so gut sprechen können.

Uns hat das Projekt zur Unterstützten Kommunikation sehr gut gefallen und wir bedanken uns ganz herzlich bei euch, Raphael und Marina!

„Jeder hat etwas zu sagen, auch wenn er nicht sprechen kann.“ – Raphael Donati

Die Schüer und Schülerinnen der Klasse 1 A.

Zusammengefasst von: Selina Reiterer, Gasperi Emily, Pircher Lea, Tomasi Ilaria, Warasin Emily, Niederstätter Vera