Zweitägige Lehrfahrt zur Biennale nach Venedig

Das erste Kunstwerk, das wir sahen, war eigentlich nicht die Biennale, es war die Stadt Venedig selbst. Jede*r, der die Perle an der norditalienischen Küste betrachten durfte, weiß es. Wenn man an das einzigartige Stadtbild aus wilden hellblauen Fluten denkt und an die Kuppeln, Kirchen und Kathedralen, die sich aus ihnen erheben, stockt einem der Atem.

Am ersten Tag besuchten wir den Teil der Biennale, der im „Arsenale“ ausgestellt war. Ein großer Hafen, in dem die Kunstwerke eng verschlungen miteinander harmonierten. In jedem Eck versteckte sich ein anderes Kunstwerk. Jedes drückte sich anders aus. Manche waren laut und pulsierend, mit jedem Reiz spürbar. Manche waren still und ruhig, doch hinterließen sie einen Eindruck, der sich noch viel tiefer einbrannte. Trotz all der Schönheit fühlte man sich fast überfordert, sich in kurzer Zeit (drei Stunden) mit all den Sichtweisen der einzelnen Künstler zu konfrontieren.

Am zweiten Tag besuchten wir gemeinsam morgens die Markuskirche, in die wir ohne Schlange stehen zu müssen einfach hineingingen. Die Markuskirche präsentierte sich von außen hell und verspielt. Innen ist sie dagegen überraschend düster, man verspürte das Gefühl unbedeutend klein zu sein unter dem kolossalen Gemäuer.  Die Mosaike, die jeden Zentimeter des Bodens abdecken, unzählige Heilige, die auf der Decke wie Riesen über unseren Köpfen thronten und die Pala d’Oro,  das riesige Goldschmiede-Kunstwerk,  kunstvoll gefertigt aus Gold, Edelsteinen und Emaille-Arbeit.

Dann besichtigten einige von uns die Galleria dell’Accademia, andere hingegen die Ausstellung der Photographin Brigitte Niedermair im Museo del Palazzo Mocenigo.

Danach kam der zweite Teil der Biennale dran. Die „Giardini“ waren nicht so kompakt und eng wie das Arsenale. Kunst ließ sich, durch die Pavillons, in Kulturen einteilen. Es ging mehr darum einzelne nationale und globale Schwerpunkte auszudrücken.  Man konnte praktisch von Spanien bis nach Kanada spazieren und gleichzeitig immer wieder einen Gedanken reinigenden Park genießen. Trotz der schmerzenden Füße werden wir wohl alle diese zwei Tage nie vergessen.

Text: Nathanael Schiessl 3K

Fotos: Emil Donà, Dietmar Thaler, Veronika Tscholl 3K