Schule in Zeiten des Coronavirus – ein Rückblick

Gehen wir davon aus, dass die Schüler*Innen in diesem Schuljahr nicht mehr physisch an der Schule anwesend sein werden. Dieser Satz, von der Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner zu Beginn der Krise noch vorsichtig als Gedankenspiel formuliert, wurde von einer Verlängerung zur nächsten bald zur Gewissheit: der Präsenzunterricht gehörte ab 6. März 2020 im laufenden Schuljahr der Vergangenheit an.

Die plötzliche Umstellung auf einen Fernunterricht hat uns alle, Lehrpersonen, Schüler*innen, Eltern und die Mitarbeiter*innen in der Verwaltung vor neue Herausforderungen gestellt.  Während es anfangs vor allem technische Probleme zu lösen galt, so kamen im Laufe der Wochen neue Schwierigkeiten hinzu: Überschneidungen von Videokonferenzen und Terminhäufungen, Fragen im Zusammenhang mit der methodischen Aufarbeitung und Vermittlung von komplexen Lerninhalten sowie nach deren Umfang, Umgang mit der Verlässlichkeit von Vereinbarungen, sprunghafte Mitarbeit und fehlendes Durchhaltevermögen.

Während der Krise mussten wir uns alle mit digitalen Technologien auseinandersetzen und so wurden nach und nach Berührungsängste abgebaut. Das Corona-Virus wirkte als Impulsgeber, der den Lehrbetrieb zwangsdigitalisierte und den Weg dafür bereitete, dass E-Learning und Online-Angebote zum selbstverständlichen Bestandteil des Unterrichts wurden. Digitale Bildung hat sich in den vergangenen Monaten als eine echte Hilfe herausgestellt und kann nun aufgrund der Erfahrungen effizienter in den Schulalltag integriert werden. Gleichzeitig hat sie aber auch deutlich gemacht, dass digitale Medien guten Unterricht nicht ersetzen, sondern nur ergänzen können.

Ob wir im Herbst zum Regelbetrieb zurückkehren können, ist noch ungewiss. Im Hinblick auf die Vorbereitung auf einen Schulbetrieb in Pandemiezeiten gilt es, neben vielen organisatorischen Belangen auch den Unterricht weiter zu professionalisieren. Dies erfordert eine hohe Bereitschaft sich auf Neues einzulassen und bedeutet unter anderem auch digital-interaktiven Unterricht zu gestalten. Es geht eben dabei nicht nur um Kompetenzen im Umgang mit dem Digitalen sondern vielmehr um das Gestalten des Digitalen auf Unterrichts- und Schulebene.

Eine weitere wichtige Schlussfolgerung für die Schule aus dieser Krise ist, dass wir Jugendliche befähigen müssen, auf eine sich ständig verändernde Welt zu reagieren und Vertrautes in Frage zu stellen, um Zukunft mitgestalten zu können. Dafür brauchen sie Wissen und die Fähigkeit dieses zu hinterfragen. Sie müssen Ziele für die Zukunft formulieren können, deren Umsetzung sie kreativ und mit Fantasie gestalten und mutig vorantreiben.

Ich wünsche allen erholsame Ferien und bleiben Sie gesund.

 

Martina Rainer I Schuldirektorin